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Raumbezogene künstlerische Vorgänge sind seit der Wiener Secession um 1902 eine wichtige gesamtkünstlerische Äußerung. Diese Idee führt bis ins 21. Jahrhundert und hat erst seit 60 Jahren ihre volle Entfaltung gefunden, so dass man sich heute eine Ausstellung ohne Inszenierung kaum vorstellen kann.
Nicht umsonst wird der Beethovenfries von Gustav Klimt als wichtiges Beispiel einer thematisch bezogenen Bilddarstellung gesehen, die eine Ausstellung zu einer Art theatralischen Aufführung erhebt.
Heute ist es selbstverständlich, dass eine Ausstellung nur dann zur Geltung und Wirkung kommen kann, wenn über das bildhaft Bezogene hinaus ein Grundgedanke als Basis dienend mitwirkt und zu neuen Bildvorstellungen führt.
Der für meine Arbeiten zur Verfügung stehende Raum hat auf die Ausstellungsinszenierung einen wesentlichen Einfluss, denn dieser Raum diktiert unter anderem das Wollen des Künstlers, der diese Abhängigkeit in seine Überlegungen einbeziehen muss, sonst wird diese Ausstellung nur ein Nebeneinander von aufgehängten Bildern oder Objekten.
Dadurch ist ausgedrückt, was mir als Ausstellungsaufgabe vorschwebt. Das zu überstehen, was mir angeboten wird: einen Raum zu beherrschen, der schwierig ist und keine Atmosphäre besitzt.
Ich stelle mich dieser Situation und versuche durch schwarz / weiße Bilder und Objekte in dieses Schweigen einzusteigen nach meinem alten Prinzip, dass jedes Angebot zu einer neuen Veränderung führen kann.
Oswald Oberhuber
